http://www.rauch-signal.ch

Medienmitteilung
Ittigen, 04. Februar 2009

Brandverhütung durch Rauchwarnmelder
Bei einem Brand ist es zum Rausrennen oft zu spät

In der Schweiz stirbt an jedem zwölften Tag ein Brandopfer. Jedoch nur selten wegen der Flammen, sondern meistens an den Folgen des giftigen Rauchs. Mit Rauchwarnmeldern (www.rauch-signal.ch) in Privatwohnungen liessen sich Menschenleben retten. „Doch viele Leute glauben, bei mir wird es schon nicht brennen", sagt Martin Tschumi, Offizier der Berufsfeuerwehr Bern.

Als Berufsfeuerwehr-Offizier wird er immer wieder Zeuge, wie sich Menschen bei Wohnungsbränden schwer verletzen oder sterben. Martin Tschumi kennt den Irrglauben in der Bevölkerung: „Viele Menschen denken, wenn es bei ihnen einmal brenne, kämen sie schon früh genug aus der Wohnung raus." Leider, sagt Tschumi, sei es zum Rausrennen oft zu spät.

In der Schweiz brennt es jährlich im Schnitt 20 000 Mal. 30 Menschen kommen dabei ums Leben – 90 Prozent davon anders, als der Volksmund glaubt: „Bei den Flammen wissen die Leute um die Gefahr", sagt Frank Neff von der Sanitätspolizei Bern. „Doch der Rauch wird unterschätzt." Dieser aber sei heimtückisch. Das darin enthaltene Kohlenmonoxid nehme im Blut den Platz von Sauerstoff ein. „Das kann zu Bewusstlosigkeit führen. Und die Opfer können sich nicht mehr selber retten."

Auch andere Giftstoffe gelangen durch den Rauch in den Körper. „Diese Stoffe schädigen die Lungen. Es kann noch Stunden später oder bis zu einem Tag danach zu einem Lungenödem kommen", sagt Frank Neff. Bei einem Glimmbrand in Olten in diesem Januar atmete eine 68-jährige Frau in ihrem Bett liegend giftige Gase ein und erlitt Verbrennungen am Körper. Obschon die Frau in eine Spezialklinik geflogen wurde, starb sie tags darauf.

Im Schlaf riecht man den tödlichen Rauch kaum
Möglicherweise hätte ein Rauchwarnmelder das Leben dieser Frau gerettet. Das akustische Signal weckt im Brandfall selbst Schlafende frühzeitig. Denn allein wegen des beissenden Rauchgeruchs erwacht man in der Regel kaum. „Im Schlaf funktioniert der Geruchssinn nur begrenzt", sagt Martin Tschumi. „Die meisten Opfer dösen weiter, immer stärker betäubt vom giftigen Rauch." Die Hoffnung darauf, die Katze würde einen wecken, könne ein fataler Trugschluss sein.
 
Dennoch sind Rauchwarnmelder in den Schweizer Haushalten wenig verbreitet. Dabei kosten sie kaum mehr als 30 Franken. „Und die Installation ist ein Kinderspiel", sagt Tschumi. „Zwei Schrauben in die Decke rein, die Batterie einsetzen und das Gerät mit einer Vierteldrehung in der Fassung befestigen." Das schafft auch, wer zwei linke Hände hat.
„Es liegt in der Natur der Menschen, zu glauben, bei einem zu Hause passiere schon nichts", sagt Tschumi. In Amerika hat sich die Zahl der Brandtoten erst gesenkt, als die Rauchwarnmelder obligatorisch wurden. „Dafür drastisch", wie Tschumi sagt. Trotzdem ist er gegen ein solches Gesetz in der Schweiz. „Dann bräuchten wir ja auch eine Rauchwarnmelder-Polizei, die die Haushalte überprüft." Nein, sagt er, hierzulande gebe es schon genug Gesetze. Viel Hoffnung dagegen setzt der Berufsfeuerwehr-Offizier in die Präventions-Kampagne www.rauch-signal.ch der Gebäudeversicherung Bern (GVB). Er sei froh, dass es wieder einmal eine solche Kampagne gebe. „Wir müssen die Leute über die Gefahren aufklären und dazu bringen, freiwillig Rauchwarnmelder zu installieren." Martin Tschumi lässt allen Mitarbeitenden der Berufsfeuer das Informationsmaterial über die Kampagne zukommen. Auch sie sollen mithelfen, ihre Familien und den Freundeskreis für das wichtige Thema zu sensibilisieren.


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